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Mykotoxine im Geflügelfutter

Sehr oft hört man “Klagen” über schlechte Befruchtung, schlechter Schlupf oder mangelnde Fitness/Immunität! Eine mögliche Ursache könnten zum Beispiel Mykotoxine sein. So war zum Beispiel der Körnermais im Jahr 2015 in der Gegend um Graz/Österreich so stark damit belastet, dass die gesamte Ernte nicht in der menschlichen in tierischen Ernährung landete, sondern in der Biogas- und Bioethanolproduktion. Sämtliches Tierfutter musste aus anderen Gegenden zugekauft werden. Darum die folgenden Ausführungen:

Reinhard Nawrotzky

Bei Wikipedia ist folgendes zu lesen:

“Die FAO schätzt, dass ca. 25 % der Welt-Nahrungsproduktion Mykotoxine enthalten. Am häufigsten belastet mit Fusarientoxinen sind Getreide (insbesondere der Mais und der Weizen). Betroffen von Aflatoxin-Befall sind häufig landwirtschaftliche Produkte aus tropischen und subtropischen Gebieten, da der Pilz Aspergillus flavus erst ab Temperaturen von 25–40 °C gut wächst. Betroffen sind dabei hauptsächlich Mais und vor allem ölhaltige Samen und Nüsse, wie z. B. Pistazien, Erdnüsse, Mandeln und Paranüsse. Mykotoxine können bei Menschen und bei Tieren bereits in geringen Konzentrationen toxische Wirkungen zeigen. Symptome von Vergiftungen sind Leber- und Nierenschädigungen, Beeinträchtigungen des Immunsystems, Haut- und Schleimhautschäden, oder hormonelle Auswirkungen wie Fruchtbarkeitsstörungen. Manche Mykotoxine sind auch krebserregend und können Erbschäden hervorrufen.

Hygienemaßnahmen bei Kunstbrut

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Pressebericht WAZ vom 1.09.2015

Sonntags auch mal Zwei !
WAZ Bericht vom 1.09.2015
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Kükenaufzucht ohne Federfressen

 

Es kommt immer wieder vor, dass sich Küken anpicken. Man kann davon ausgehen, dass diese Unart immer auf Haltungsfehler zurückzuführen ist. In der Natur sind die Tiere ständig mit der Nahrungssuche beschäftigt. Eine solche Nahrungssuche entfällt in der heutigen Kükenaufzucht aber weitgehend, da der Züchter Futter und Wasser bereitstellt. Hierdurch kann es leicht zu Langeweile bei den Tieren kommen, die dann das Federfressen begünstigt.

Leichte Rassen wie z.B. Italiener oder Leghorn sind hierfür besonders anfällig, da sie sehr lebhaft sind und besonders viel Beschäftigung benötigen. Wenn man die Küken aber so naturnah wie möglich aufzieht, wird es nicht zum Federfressen kommen. Nun ist dies oft nicht so einfach. Es gibt aber einige Grundregeln, die man unbedingt beachten sollte. So ist unter anderem darauf zu achten, dass den Tieren ständig frisches Wasser und Futter zur Verfügung steht. Es darf einfach nicht vorkommen, dass z.B. die Tränke leer wird. Der Züchter sollte es sich daher zur Gewohnheit machen, dass zu jedem Stallbesuch auch die Kontrolle der Futter- und Wassergefässe gehört.

Es muss auch darauf geachtet werden, dass besonders die Tränken nicht mit Einstreu verunreinigt werden. Um dies zu verhindern, sind die Tränken ständig, dem Wachstum der Küken angepasst, erhöht aufzustellen. Als Untersetzer eignen sich sehr gut einfache Ziegelsteine und Brettchen. Meist sind die Züchter hierbei zu ängstlich. Sollten doch Zweifel bestehen, ob die Tiere das Wasser erreichen können, so kann man nach ca. einer Stunde mal nachsehen, ob man die Tränke nicht doch zu hoch gestellt hat. Nur in den ersten Tagen sollten die Tränken direkt auf den Boden gestellt werden.

Weiter kann eine zweckmässige Einstreu bei den Tieren Juckreiz verursachen, was dann zu Blutungen der Federkiele führen kann, wenn sich die Tiere kratzen. Als beste Einstreu hat sich kurzes Stroh bewährt. Maschinenhobelspäne sind ebenfalls geeignet. Torf und Sand sollten nicht verwendet werden, Sand nur für die ersten Tage. Dagegen sollte Sand aber in einem besonderen Gefäss zum Fressen angeboten werden, da die Küken die Steinchen für den Magen benötigen.

Um wieder einen Vergleich mit der natürlichen Aufzucht anzustellen, gilt es zu bedenken, dass die Küken, wenn sie draussen genügend Futter gesucht haben und satt sind, unter der Glucke Wärme und Schutz suchen. Bei der künstlichen Aufzucht gibt es Wärmequellen, die diesem Vorbild sehr nahe kommen. Dies ist zum Beispiel  bei der Wärmeplatte mit herunterhängenden Fransen der Fall.  Unter der Wärmeplatte  ist es dunkel undwarm wie unter der Glucke. Die Küken ruhrn darunter  und stören sich nicht  dauernd gegenseitig, was sich unter anderem dann günstig auf die Futterverwertung auswirkt.

Auch ist es wichtig, dass der Raum um die Glucke herum nicht zu warm ist. Dies ist bei der Aufzucht mit Wärmeplatten in der Regel auch der Fall, da diese eine geringe Wattleistung haben und auch nach aussen abgeschirmt sind. Nur im zeitigen Frühjahr kann es vorkommen, dass der Aufzuchtraum etwas zu kalt ist und die Küken bei der Futteraufnahme frieren. Durch die Beobachtung kann der Züchter aber leicht die richtige Temperatur feststellen. Drängen sich die Tiere an der Futterstelle dicht zusammen, so ist es ein Zeichen, das es zu kalt ist. In diesem Fall sollte man einen Strahler über die Futterstelle hängen. Der Strahler darf aber nicht so tief hängen, dass sich die Küken darunter hinlegen. Ist dies der Fall, ist es zu warm und man sollte den Strahler etwas höher hängen. Wärmen sollen sich die Küken unter der Glucke.

Es muss aber anderseits darauf geachtet werden, dass die Tiere genügend Futter und Wasser aufnehmen können ohne zu frieren. Ist der Aufzuchtraum aber zu warm, haben die Küken keine Veranlassung nach dem fressen die Wärmequellen aufzusuchen. Das Ergebnis ist Langeweile mit den bekannten Folgen. Auch kann die Art der Wärmequelle das Federfressen begünstigen. Wärmestrahler, egal ob hell oder dunkel, sind in der Anschaffung zwar günstig, aber sonst für die Aufzucht mit erheblichen Nachteilen behaftet. Der Züchter kann die Küken zwar besser beobachten, aber es fehlt die Dunkelheit, wodurch die Küken wesentlich unruhiger sind.

Sollte der Stall im Sommer witterungsbedingt warm werden, werden die Tiere naturgemäss die künstliche Wärmequelle nicht mehr so oft aufsuchen. Scheint an Sonnentagen gar die Sonne direkt in den Stall, legen sich die Tiere gerne in die Sonnenstrahlen. Oft glänzen dann die kleinen Federkiele richtig in der Sonne. Da die Küken naturgemäss sehr neugierig sind, picken sie nach den glänzenden Federkielen. Es ist dann nur noch eine Frage der Zeit, bis ein Federkiel blutet. Genauso begünstigt ein überbesetzter Stall das Federfressen.

Federfressen kann unter Umständen aber auch durch die Art der Fütterung begünstigt oder hervorgerufen werden. Wenn man aber ein gutes, handelsübliches Aufzuchtfutter zur ständigen Aufnahme zur Verfügung stellt, kann man hier nichts falsch machen.

Sollte es aber, aus welchen Gründen auch immer, trotzdem mal zum Federfressen kommen, so sind die angepickten Stellen mit Holzteer zu bestreichen. Holzteer kann man in der Apotheke kaufen und mit einem einfachen sauberen Holzspan auftragen. Wenn die Küken aber erst "auf den Geschmack" gekommen sind, bringt das Bestreichen der angepickten Stellen oft nicht den gewünschten Erfolg.

Da der Rassegeflügelzüchter in der Regel nur wenige Küken im Stall hat, ist es in einem solchen Fall sinnvoll, alle Tiere zu behandeln. Man braucht nur in der Gegend der Bürzeldrüse das Schwanzende etwas zu bestreichen. Da Holzteer für die Tiere einen brennenden Geschmack hat, werden sie das Federpicken in Zukunft unterlassen. Gesundheitlich ist Holzteer für die Tiere unbedenklich. Bei Beachtung der oben aufgeführten Regeln wird es aber sicherlich nicht zum Federfressen kommen.

Hühnerhaltung
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Rote Bete

Kraftquelle für unser Geflügel




 

 

Rote Bete kennt nahezu jeder. Letztlich war die aus dem östlichen Mittelmeerraum stammende Pflanze schon den Menschen in der Jungsteinzeit bekannt. Damals wurde das Blattwerk verzehrt.  Ab dem 13. Jahrhundert aß man nach entsprechender Züchtung auch die verdickte Sproßachse, gemeinhin Rübe genannt. Nach Deutschland kam die Rote Bete durch die Römer. Ab dem 16. Jahrhundert hatte sie sich als Nutzpflanze europaweit durchgesetzt. Beliebt ist sie als Wintergemüse, da sie gut eingelagert werden kann. Dieser Umstand, aber natürlich auch ihre Inhaltsstoffe machen sie nicht nur als Lebensmittel begehrt, sondern auch als Futterpflanze in der Geflügelzucht. Verfüttert wird wie anno dazumal im menschlichen Bereich das Laub inklusive Stängel in klein geschnittenem Zustand oder das Blattwerk kommt in einen Häcksler (Muser) bei der Weichfutterherstellung. Hier kann auch die Knolle in rohem als auch in gekochtem Zustand integriert werden.  

Die Wirkung der Rote Bete lässt sich im Allgemeinen mit den Schlagworten Wohlbefinden, Fitness, Abwehrstärkung, Kreislaufstabilisierung, Leberstoffwechselförderung und Stärkung des Appetits beschreiben. Mit zur Abwehrstärkung gehört auch die Bekämpfung entarteter Zellen, also die Krebsbekämpfung. Die Nahrung soll Heilmittel sein, ist ein altes Sprichwort. Das  gilt besonders für die Rote Bete. Rote Bete ist deshalb so gesund, weil sie Biostoffe und Mineralstoffe in hohem Maße enthält. Neben den Vitaminen hat die Rote Bete als Wirkstoffgruppe bei den Biostoffen die sekundären Pflanzenstoffe. Sie alle greifen im Stoffwechsel wie Zahnräder ineinander und fördern so die Gesundheit und Lebenskraft. Der rote Farbstoff der Roten Bete gehört zur sekundären Pflanzenstofffamilie der Betacyanine. 

 

 

Rote Knollen enthalten das Betanin. Je höher der Gehalt ist, desto dunkelroter ist sie. Dem Betanin ist es zu verdanken, dass entartete Zellen durch das körpereigene Abwehrsystem in Schach gehalten werden können. Zugleich aktivieren sie die Zellatmung und recyceln Vitamin C, wodurch die Bekämpfung entarteter Zellen dynamisiert wird. Auch die Saponine der Roten Bete greifen in den Zyklus der Krebsbekämpfung ein. Ein durch Rote Bete gestärktes Immunsystem ist nicht nur in der Lage, entartete Zellen zu bekämpfen, es vernichtet auch in den Körper gelangende Krankheitserreger aufgrund seines sekundären Pflanzenstoffgehalts. Zudem üben sie einen positiven Einfluss auf die Zellkommunikation aus, die entscheidend ist für die Koordinierung von Vorgängen innerhalb und außerhalb der Zellen – letztlich auch für die Erkennung von Krebszellen und die Weitergabe von Informationen zur Struktur und Lage der Krebszellen für das körpereigene Abwehrsystem. Dieses kann sofort eingreifen, sofern es alle Stoffe zur Verfügung hat, die es zur Krebsbekämpfung benötigt. Sind sie unterrepräsentiert, läuft die Bekämpfung der entarteten Zellen nur untertourig. Die Rote Bete liefert als Powerknolle ein ganzes Arsenal an solchen krebsbekämpfenden Stoffen.

Zudem greifen sekundäre Pflanzenstoffe in den hauptsächlich von Vitamin K1 gesteuerten Blutregulierungskreislauf ein, das heißt, sie halten das Blut dünn (Blutgerinnselschutz), fördern bei einer Blutung aber zugleich die Blutgerinnung und verhindern im Anschluss an die Gerinnung durch den Abbau der geronnenen Strukturen ein Verstopfen der Gefäße. Beim Mensch würde man sagen, sie schützen wie Vitamin K1 vor Schlaganfall und Herzinfarkt, sofern sie in ausreichender Konzentration vorhanden sind. Bedauerlicherweise hat die Rübe relativ wenig Vitamin K1, ganz im Gegensatz zum Blattwerk. Rote Bete hat den gesamten Vitamin-B-Komplex. Dieser ist von elementarer Bedeutung, denn ohne B-Vitamine funktioniert der Kohlehydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel nicht so, wie es die Natur vorgesehen hat. Diese Stoffwechselzyklen laufen in jeder Zelle ab. Umso bedeutungsvoller ist es, dass die B-Vitamine stets zur Verfügung stehen. Da sie zur wasserlöslichen Gruppe gehören, haben sie nur eine begrenzte Speicherkapazität. Sie sollten jeden Tag dem Geflügelorganismus zugeführt werden. Die Rote Bete stellt dafür eine gute Grundlage.


Durch die Wirkungsweise der B-Vitaminefunktioniert das Gehirn-Nerven-Muskelspiel bestens, die Vitamine geben der Haut eine erstklassige Konsistenz, nicht zu Letzt auch der Schleimhaut, die eine wichtige Barriere gegen Krankheitserreger darstellt. Da diese Vitamin-Gruppe auch für die Hormonbildung benötigt wird, erkennt man schnell ihre Wichtigkeit. Auch für die Zellerneuerung beim ausgewachsenen Geflügel und fürs Wachstum beim jungen Geflügel ist der Vitamin-B-Komplex wichtig. Für die Zellkerneiweiß -herstellung ist Vitamin B ein wichtiges Rädchen im Gesamtgefüge. Rote Bete hat die Vitamine C, E, K und Beta-Karotin. Aus Beta-Karotin stellt der Geflügelorganismus Vitamin A her. Diese Vitamine gelten als erstklassige Antioxidantien. Das bedeutet, sie vernichten schädliche Stoffwechselprodukte auf der Basis aggressiver Sauerstoffatome, die auch als freie Radikale bezeichnet werden. Diese Radikale entstehen beim Stoffwechsel. Da sie ein notwendiges Übel bei der Energieproduktion sind, hat der Körper verschiedene Abwehrmechanismen entwickelt. Zu den effektivsten gehört die Aufnahme der erwähnten Vitamine, die in der Roten Bete reichlich enthalten sind.

 

Die einwandfreie Arbeit der Antioxidantien ist wichtig, denn freie Radikale greifen nicht nur die Zellmembranen (Abgrenzungen der Zellen) an, sondern in vorangeschrittener Schädigung auch das Erbgut und schädigen den Enzymaufbau. Außerdem schützen die Vitamine Transportmoleküle des Cholesterins. Dank Vitamin K1, wenn auch in nicht in hoher Konzentration enthalten,  wird die Blutregulierung in einem guten Gleichgewicht zwischen Gerinnung und Blutgerinnselabbau gehalten. Zudem wirkt das Vitamin auf die Bindegewebestabilität, die Knochenfestigkeit, die Spermienbildung und die Zellkommunikation ein, um nur ein paar Funktionen zu beschreiben. Vitamin E ist wichtig für den Energiestoffwechsel, die Zellorganisation im Gewebe oder für die Funktion der roten Blutkörperchen. Vitamin A hat eine ausgesprochen positive Wirkung auf die Abwehrkraft und die Augenfunktion. Vitamin C bewirkt eine prima Abwehrkraft, kann aber vom Geflügel selbst hergestellt werden. Wird es jedoch per Nahrung zugeführt, entlastet es die körpereigene Produktion.

In aller Regel geht man davon aus, dass die Vitamine hauptsächlich in der Knolle stecken, da sie im menschlichen Verzehr favorisiert wird. Das ist jedoch nicht der Fall. Im Laub ist die Konzentration an gesundheitsfördernden Stoffen oftmals um ein Vielfaches höher, weshalb das Laub stets verfüttert werden sollte. Gegenüber der Knolle hat das Laub den sechsfachen Vitamin-C-Gehalt, den 200-fachen Beta-Karotin-Gehalt und den 2000-fachen Vitamin-K1-Gehalt. Auch bei den Mineralstoffen haben die Blätter gemeinhin höhere Konzentrationen als die Knolle. So ist das Siebenfache an Kalzium in den Blättern vorhanden und das Dreifache an Magnesium. Das Kalzium der Roten Bete liefert eine gute Basis für ein stabiles Zellmilieu, in welchem die Stoffwechselabläufe bestens funktionieren. Es hat ferner eine zentrale Funktion für das Knochengerüst und beim legenden Geflügel spielt es für die Eierschale eine Rolle. Aber auch für die Blutbildung und die Muskulatur ist es unentbehrlich. 

 

 

 

Der Phosphor der Roten Bete ist notwendig, damit das Wachstum des Geflügels reibungslos funktioniert, ebenso der Stoffwechsel, vor allem der Energiestoffwechsel, und die Zellmembranen eine gute Struktur und Funktion aufweisen. Entscheidende Bedeutung hat Phosphor für das Blut. Kalium ist wie Natrium für den Wasserhaushalt unentbehrlich, zudem spielt Kalium im Nerven- und Muskelstoffwechsel eine elementare Rolle. Das Eisen der Roten Bete nimmt eine wichtige Rolle bei der Blutbildung und dem Sauerstofftransport durch das Blut ein. Zink ist für zahlreiche Enzyme ein wesentlicher Partner, ohne den das jeweilige Enzym nicht existieren kann. Ist zu wenig Zink vorhanden, werden nur entsprechend wenige zinkhaltige Enzyme hergestellt. Entsprechend zäh läuft der Stoffwechsel. Da Zink maßgeblich in das Abwehrsystem eingreift, hat es wesentlichen Einfluss auf die Robustheit des Geflügels.


 

Auch Mangan ist für zahlreiche Enzyme ein entscheidender Partner, ohne den nichts läuft. Zudem spielt es bei der Blutgerinnung und dem Knochenstoffwechsel eine Rolle. Kupfer ist ebenfalls Bestandteil zahlreicher Enzyme und spielt in den Eisenstoffwechsel (Aufnahme und Transport) hinein. Wie Mangan ist Kupfer wesentlich für die Melaninbildung. Melanine sind im Federkleid zahlreicher Rassen bzw. Farbschläge vorhanden. Schwefel hat eine elementare Funktion im Sauerstofftransport vom Blut in die Zelle. Zudem spielt es im Eiweißstoffwechsel und bei der Entgiftung eine grundlegende Rolle. Selen ist ein zentraler Mineralstoff bei der Stärkung der Immunkraft, wozu auch die Erkennung und Beseitigung mutierter Zellen (Krebs) gehört. Es ist Bestandteil der effektivsten körpereigenen Krebsabwehrsubstanz Glutathionperoxidase. Aber auch für zahlreiche andere Enzyme erfüllt es eine Partnerfunktion. Da es Schwermetalle bindet, hat es eine erstklassige Entgiftungsfunktion.  Der Gehalt an Magnesium macht die Rote Bete zu einem wichtigen Futtermittel für die Nerven- und Muskelfunktionen. Zudem sind zahlreiche Enzyme auf die Anwesenheit von Magnesium angewiesen. 

 

Wo viel Licht ist, gibt es auch Schatten. Eine Schattenseite ist die Oxalsäure, welche die Rote Bete aufweist. Das bedeutet, sie bindet Kalzium und reduziert die Aufnahme von Eisen im Verdauungstrakt. Allerdings hat die Rote Bete reichlich Eisen, sodass eine Limitierung der Aufnahme verkraftbar ist, zu-mal Rote Bete nicht die einige Pflanzenkost des Geflügels darstellt.


Ein weiterer Nachteil ist der zuweilen hohe Gehalt an Nitrat. Dieser ist hoch, wenn der Garten mit Stickstoffdünger verbessert wird. Da Sonne den Nitratgehalt abbaut, sollten Rote-Bete-Beete  immer eine sonnige Lage aufweisen. Zudem kann man die zur Ernte vorgesehenen Roten Beten morgens mit einer Grabgabel anheben und am späten Nachmittag ernten. Dadurch verringert sich der Nitratgehalt nochmals. Beim Erhitzen, also Kochen von den Knollen, bildet sich aus Nitrat Nitrit, der nachteilig für den Sauerstofftransport ist und Krebs erzeugen kann. Bei einer rohen Verfütterung oder beim Verfüttern der Blätter hat man das Problem nicht. Zudem kann ein hoher Vitamin-C-Gehalt die Umwandlung von Nitrat zu Nitrit verhindern. Und hiervon Hat die Rote Bete selbst sehr viel und das Geflügel stellt ohnehin Vitamin C selbst her.

 

Die Vorteile einer Rote-Bete-Verfütterung, egal ob Rübe oder Blätter, sind unübersehbar. Deshalb sollte die Rote Bete in der Geflügelfütterung eine wichtige Rolle spielen, zumal die Knolle als Wintergemüse eingelagert werden kann, wodurch das Geflügel im Winter, der oft die Bruteierproduktionszeit darstellt, eine gute Frischkost hat. Aber auch als Kükenfutter und als Stärkungsfutter fürs Jung- und Altgeflügel ist Rote Bete ein Futtermittel mit Heilwirkung.


Vogelgrippe und Massentierhaltung

„Stallpflicht ist kontraproduktiv“

Vogelgrippe tritt in Massenställen auf. Doch es hält sich die These, dass Wildvögel das Virus übertragen. Gänseforscher Johan Mooij klärt auf. Interview: Benno Schirrmeister

 

Hühner hinter Gittern: Bricht die Vogelgrippe aus, wird sofort Stallpflicht verhängt, um zu zeigen, dass man überhaupt etwas unternimmt.  Bild:  dpa

BREMEN taz | taz: Herr Mooij, kann man absolut sicher sein, dass die Vogelgrippe nicht durch Wildvögel übertragen wird?

Johan Mooij: Nein – es lässt sich nur mit 99,99 prozentiger Sicherheit ausschließen.

Also doch eher ja?

Es gibt, trotz intensiver und ja mittlerweile jahrzehntelanger Suche keinen einzigen Beleg dafür, dass jemals eine solche Übertragung passiert ist. Die Ausbrüche sind in Biosicherheitsställen passiert, in die von außen so gut wie nichts reinkommt. Was wir hingegen wissen, ist, dass beispielsweise über deren Abluft Krankheitserreger nach draußen transportiert werden.

 

Dann wäre die Stallpflicht völlig sinnlos?       

Nein, sie dient der Seelenruhe und sie zeigt, dass etwas getan wird.

Aber in der Sache?

Auf die Ausbreitung der Krankheit hat sie keine Auswirkungen. Da ist sie sogar kontraproduktiv: Die Vogelgrippe tritt in industriellen Ställen auf. Diese Betriebe bleiben völlig unbehelligt – und werden für Verluste aus der Tierseuchenkasse entschädigt. Die tierfreundlicher arbeitenden Freilandproduzenten aber werden bestraft.

Aber das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) hat doch bereits eine mit H5N8 belastete Krickente gefunden …

Ob dieser Befund so eindeutig ist, ist fraglich!

Inwiefern?

Soweit ich es weiß, ist eine Gruppe von Enten, die hie und da geschossen worden sind, ins FLI transportiert und dort beprobt worden. Diese Vögel können bei der Jagd überall gelegen haben und wurden nicht einzeln, sondern in irgendeinem Sammelbehälter transportiert. Eine von diesen Proben war dann zwar positiv, aber es kann durchaus sein, dass der Vogel erst nach seinem Tod mit H5N8 kontaminiert wurde.

Also beispielsweise aus dem Boden?

Vor allem fehlt jede Gegenprobe: Es ist nur eine einzige Probe von dieser Ente analysiert worden. Und diese eine Probe zieht eine solche Kette von Reaktionen nach sich.

Weil die Politik dem FLI folgt: Robert Habeck, der grüne Agrarminister in Schleswig-Holstein, hat es als „wahrscheinlich“ bezeichnet, dass Wasservögel das Virus übertrügen.

Wenn das ein Politiker sagt, wundert mich das nicht: Politiker haben meistens wenig fachliche Ahnung. Die sind da, weil sie eine politische Funktion haben und sie sollen ein Ministerium leiten. Das heißt doch noch lange nicht, dass sie die Materie beherrschen. Sie müssen schon ein Stück weit auf das vertrauen, was man ihnen sagt.

Aber das ist doch das Problem?

Das Problem ist: Das FLI bleibt bei der These, dass Wildvögel dieses Virus transportieren und auf Kulturvögel übertragen würden, ohne dass es dafür einen einzigen Beleg gäbe. Vor acht Jahren hatten wir exakt dieselbe Diskussion wie jetzt. Da hat auch das FLI dieselbe Position vertreten wie aktuell.

Das ist nur konsequent.

Mittlerweile gibt es aber sehr viele Untersuchungen – auch in anderen Teilen der Welt. In den USA etwa, wo Millionen Wildvögel untersucht wurden: Nie wurde ein hochpathogenes Vogelgrippe-Virus gefunden. Oder in Asien, in Südkorea, Japan und China: In China hat man sechs Enten gefunden, die hochpathogene Vogelgrippen-Viren hatten.

Also doch?

Nein, selbst diese sechs Enten taugen nicht zum Beleg der Wildvogelhypothese. Ich war vergangene Woche am Poijang-See, wo diese Enten gefunden wurden. An den Ufern werden viele Enten gezüchtet. Die Forscher, die diese infizierten Tiere untersucht haben, wussten nicht, wann die Tiere das Virus aufgenommen hatten. Wahrscheinlich hatten sie sich ganz frisch infiziert und wirkten deshalb noch weitgehend gesund.

Das wäre dann aber ein Beleg dafür, dass es doch möglich wäre?

Das ist völlig unwahrscheinlich: Hochpathogene Viren sind bei Wasservögeln nur bei toten oder sterbenskranken Tieren festgestellt worden. Das ist ja auch klar: Wenn wirklich ein Wildvogel diese Krankheit hat, hat er ein Problem mit seinen Atemwegen und dem Darm, dann scheidet er vermehrt Schleim ab …

und kann dann auch nicht fliegen?

Genau. Ein Vogel, der fliegt, muss seinen Stoffwechsel verzehnfachen, die Menge Sauerstoff, die er benötigt, geht um das fünf- bis achtfache hoch. Ein vogelgrippekranker Vogel mit angeschlagener Lunge voll Schleim kann nicht fliegen. Der kann weder die notwendige Menge Sauerstoff aufnehmen noch hat er die nötige Kraft: Im Stall kann er dann vielleicht noch in der Ecke hocken und überleben. In der Wildbahn kommt dann aber der Fuchs, die wildernde Hauskatze, oder der Bussard – und beendet die Geschichte.

Aber warum sollte das FLI sowas verbreiten?

Das ist die große Frage. Manchmal verrennt man sich ja in eine Idee und hängt dann irgendwann so weit aus dem Fenster, dass man den Kopf nicht mehr zurückziehen kann, ohne das Gesicht zu verlieren. Wahr ist aber auch: Dem FLI hat 2006 die ganze Aktion mit H5N1 finanziell nicht geschadet. Die Politik hat danach viele Gelder freigegeben und das FLI hat sehr viele Aufträge bekommen. Rein menschlich könnte auch so etwas eine Rolle spielen, das Gleiche noch einmal zu probieren.

Ein harter Vorwurf!

Wenn ich eine Behauptung aufstelle, muss ich irgendwann auch mal ein paar Belege dafür finden. Ich kann also nicht im Jahr 2005 eine Hypothese aufstellen über die Wildvögel, diese 2014 noch einmal wiederholen – obwohl in der Zwischenzeit gar keine Anhaltspunkte gefunden worden sind, die sie erhärtet hätten. Insofern: Ich weiß wirklich nicht, was in den Leuten vom FLI vorgeht. Ich weiß nur: Was sie verkünden, ist wissenschaftlich nicht haltbar.